Rundbrief

Kleinkind bei der Taufe Da liegt über allem ein Leuchten: Beispielbild für eine Taufe. 

Manchmal liegt ein Leuchten über allem

Liebe Lesende, vielleicht haben Sie auch schon einmal daran gedacht, sich taufen zu lassen? Also,wenn Sie es noch nicht sind natürlich. Dazu möchte ich ihnen Mut machen, denn es ist ein besonderes Erlebnis. Das war jetzt gerade am Sonntag so. Dann liegt so ein Leuchten über allem.

Zur Feier des Reformationstages wurden sechs Kinder und Jugendliche getauft. Die Kirche konnte die Tauffamilien mit allen Kindern im Gottesdienst kaum in den vorderen Reihen unterbringen. Die Kirchenältesten trollten sich in den Chorraum – so hatten die Familien ihren Platz, um der Taufe auch folgen zu können.

Die Jugendlichen, die getauft wurden, waren voll konzentriert und folgten selbst dem Predigtimpuls. Die Kinder hörten gerne die Orgel, ein Kind dirigierte die Musik mit, ein Kind hatte Bauchschmerzen und wir ahnten an der Tonstärke, wie groß der Schmerz war. Manches Kind verzog den Mund bei der Taufe, als das Wasser floss, und konnte schnell mit dem Kirchenwaschlappen getrocknet und damit getröstet werden.

Jedes Kind bekam ein solchen Waschlappen mit der Aufschrift: „Du bist ein Segen“. Denn so ist es: Segen, den ein Mensch selbst erlebt, kann er weitergeben und wird selbst zum Segen.

Martin Luther war manchmal sehr ängstlich in seinem Leben. Das hat er oft zugegeben. Dann nahm er ein Stück Kreide zur Hand und schrieb an die Wand oder auf den Tisch: ICH BIN GETAUFT! In seiner altertümlichen Sprache fügte Martin Luther hinzu, warum er dies schrieb: Wenn der Teufel mich würgt, muss ich das schreiben. Denn die Taufe war für Martin Luther ein Schützbündnis: Bei ihm kann ich mich wie in einer Burg verstecken. Denn Gottes Ja ist größer als alle Neins dieser Welt!

Gottes Segen ist stärker und wie eine schützende Burg. Das haben wir gesungen: Ein feste Burg ist unser Gott. Das war einfach schön und die Sonne leuchtete über alle entzündeten Taufkerzen.

Manchmal liegt ein Leuchten über allem, der Glanz ging mit mir in die neue Woche.

Aber nochmal zur Taufe: Taufen lassen können sich alle, die noch nicht getauft sind – Babys, Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Wenn Sie Interesse daran haben oder mehr darüber erfahren möchten, melden Sie sich gerne bei mir! Telefonisch oder mit diesem Kontaktformular (hier klicken).

Ihre Pfarrerin Viktoria Keil


Neue Wege tun gut!

Liebe Gemeinde, wir gehen immer wieder neue Wege. Jugendliche beginnen, den Weg des Glaubens zu gehen, und lassen sich konfirmieren (siehe Bilder aus den drei Gemeinden). Kleinkinder werden an ungewöhnlichen Orten in der Badeanstalt getauft (siehe Bericht „Batze“), oft natürlich auch in der Kirche, und die Jugendlichen feiern für die Synode der Lippischen Landeskirche einen Jugendgottesdienst und sprechen mutige Worte!

Neue Wege tun gut, sie öffnen uns die Augen, dass es auch anders geht! Es ist ermutigend, Neues zu probieren, wenn die Menschen sich darauf einlassen können. Die Musik an den Konfirmationen war lebendig und die Jugendlichen haben erzählt, dass es Spaß gemacht hat. Das macht Mut!

Lass dich durch nichts erschrecken und verliere nie den Mut, denn ich bin bei dir, wohin du auch gehst! – Das sagt Gott zu Josua und zu uns: Losgehen, Mut fassen und sich vom Schrecken nicht lähmen lassen.

Jetzt kann man sich wieder neu anmelden zur Konfi-Zeit in der Kirchengemeinde. Am kommenden Montag, 30. Juni, um 18 Uhr stellen wir allen, die daran Interesse haben, die neuen Wege vor: Samstage mit unterschiedlichen Erlebnissen, Jugendgottesdienste und gemeinsame Fahrten mit vielen anderen Jugendlichen, wir freuen uns drauf.

Ich lade herzlich dazu ein!

eure Viktoria Keil


Gott macht alles neu

Es gibt einen Riss in allem, so singt Leonard Cohen in seinem Lied „Anthem“ 1992. Seine Lieder sind oft traurig schön und voller Nachdenklichkeit.

Er singt von dem Riss („Crack“), der unsere Welt durchzieht. Ein wunderbares Lied, dass vom Vogelgezwitscher am Morgen singt. So klangvoll ist die Welt, dass ich nur staunen kann, wenn ich in der Morgendämmerung darauf höre. Mit jedem neuen Tag neu anfangen.

Gerade dann, wenn Schweres hinter uns liegt, wie der Karfreitag gestern: Ein Mensch stirbt, der unschuldig ist. Darin erkenne ich den zerstörerischen Riss, dass die Liebe, die Jesus den Menschen entgegengebracht hat, vernichtet werden soll.

Dieser Riss wird am Karfreitag besonders deutlich. Die Welt hat einen Knacks und wir sehen überall die scharfen Bruchkanten der Unmenschlichkeit, des Eigennutz und der Missachtung der Würde des Menschen.

Und dann singt Leonard Cohen:

In allem ist ein Riss, so kommt das Licht herein.

Der Riss ist da, aber die Bruchkanten sind nicht alles, was wir sehen. Wir sehen auch das Licht, das durch dahinter aufscheint: Gott macht alles neu. Das empfinde ich oft, wenn in der Osternacht eine Kerze durch die dunkle Kirche getragen wird. Die kleinen Kerzen werden daran entzündet. Das Dunkle trägt nicht den Sieg davon, sondern das Licht.

Die Osternacht findet in diesem Jahr wieder in Barntrup um 6 Uhr morgens in der Kirche statt.

Im Dunkeln beginnt der Gottesdienst und in der Helligkeit tragen wir unsere Osterlichter nach Hause.

Mit dem Vogelgezwitscher wird der Weg begleitet. So singt Leonard Cohen: Die Vögel sangen bei Tagesanbruch: Verweile nicht bei dem, was vergangen ist, oder was noch kommen wird.

Frohe Ostern!

Ihre/Eure Pfarrerin Viktoria Keil

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